War´s das schon wieder mit der Inflation?

US-Inflation sinkt – Börsen steigen

Am Mittwoch verkündete das US-Arbeitsministerium, dass die Inflation in den USA im Juli gesunken ist. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 9,1 Prozent, im Juli “nur” noch bei 8,5 Prozent. Ökonomen waren von einer Inflationsrate in Höhe von 8,7 Prozent ausgegangen. Dass die Inflation aktuell einen “Rückzieher” macht und nun auch noch niedriger als die Erwartungen ausgefallen ist, sorgte vielerorts an den Börsen für Erleichterung. Nach der Veröffentlichung der Zahlen legte der deutsche Aktienindex DAX kräftig zu und notierte auch am späten Nachmittag noch rund ein 1 Prozent im Plus. Auch die US-amerikanischen Börsen reagierten ausgesprochen positiv auf die Nachricht. Der Dow Jones und der S&P 500 legten im Handelsverlauf deutlich mehr als 1 Prozent zu und der Nasdaq sogar über zwei Prozent.

Ist nun schon wieder alles vorbei und das Schreckgespenst in Form der Inflation macht einfach so einen Rückzieher?

Jetzt schon davon auszugehen, dass die ausufernde Inflation bereits besiegt ist, wäre unserer Ansicht nach zu voreilig. Es zeigt sich jedoch, dass die Märkte in den letzten Wochen und Monaten bereits einiges an negativen Nachrichten einstecken mussten und nun nach “Good News” – also positiven Signalen – dürsten. Gerade die Inflation ist für Geldanlagen ein zentraler Faktor. Denn wer sein Geld anlegt, möchte dieses zumindest erhalten und idealerweise auch vermehren. Besonders für den Aktienmarkt lassen sich anhand der Inflation jedoch noch weitere Ableitungen treffen, die Einfluss auf die Attraktivität von Aktien haben. Mit Leitzinserhöhungen versuchen Notenbanken die Inflation zu bekämpfen. Steigende Zinsen wirken sich jedoch grundsätzlich negativ auf die Attraktivität von Aktien aus, da hierdurch das Geld eben nicht mehr so günstig zu beschaffen ist, also die Refinanzierungskosten steigen und zudem Zinsanlagen gegenüber Aktien an Attraktivität gewinnen. Bislang haben die Aktienmärkte die Zinserhöhungen der Notenbanken jedoch äußerst positiv aufgenommen, da die Notenbanken hiermit signalisiert haben, dass sie etwas gegen die ausufernde Inflation unternehmen. Zu viele und zu drastische Zinsschritte bergen allerdings auch die Gefahr, dass man die Konjunktur abwürgt und die Wirtschaft in eine Rezession führt. Wenn nun aber die bisherigen Zinsschritte bereits Wirkung zeigen, nehmen die Sorgen vieler Marktteilnehmer um eine zu aggressive Zinspolitik der Notenbanken ab.
In unserer E-Mail “Erste Zinserhöhung seit 11 Jahren – die EZB im Kampf gegen die Inflation” vom 23. Juli 2022 berichteten wir bereits, dass die Gründe für die Inflation noch nicht beseitigt sind.

Time in the market beats timing the market

Schaut man sich jedoch die Wertentwicklung des DAX der vergangenen vier Wochen an, so konnte dieser um über 6 % an Wert gewinnen. Auch der amerikanische S&P 500 notiert zu Redaktionsschluss 6,3 % höher als noch vor vier Wochen. Dies bestätigt uns in unserer Meinung, dass es sich auszahlt, investiert zu bleiben, da es eben unglaublich schwer ist, vorauszusagen, wann genau ein Tiefpunkt oder auch ein Höhepunkt erreicht ist. So lautet ein Expertenspruch “Time in the market beats timing the market” (Zeit im Markt ist besser als timing im Markt), sprich: Investiert im Markt zu bleiben ist besser als zu versuchen, den rechtzeitigen Investitionszeitpunkt zu erwischen. Sehr interessant finden wir hierbei die folgenden Grafiken, die aufzeigen, was passieren kann, wenn man die besten Handelstage verpasst.

Wann die Trendwende kommt, kann Ihnen also keiner vorhersagen. Jedoch zu wissen, dass die starken Aufwärtsphasen, also die sogenannten Bullenmärkte, die Abwärtsphasen (Bärenmärkte) im Bezug auf die Dauer und auch die Wertentwicklung bislang immer deutlich übertroffen haben, wirkt dabei äußerst beruhigend (Grafik weiter unten). Anlegern mit einem entsprechend langem Anlagehorizont, von idealerweise mindestens 10 Jahren (stark abhängig von der individuellen Situation eines jeden Anlegers), raten wir daher auch jetzt schon, in den Markt einzusteigen.
Ob dies nun in mehreren Teilbeträgen oder in einer Summe, innerhalb unserer vielfältigen Vermögensverwaltungen oder über Einzelfonds passiert, darüber entscheiden Sie.
Sie erhalten von uns jedoch tatkräftige Unterstützung bei der Auswahl der für Sie am besten geeigneten Lösung. Kontaktieren Sie uns hierzu ganz einfach über den folgenden Button.

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