Sind Sie ein ETF – Typ?

Wer mit Wertpapieren Kosten sparen will, muss hohe Schwankungen an der Börse aushalten können, sprich auch mal „leiden“ können.

Gehören Sie auch zu den Lesern von „Focus Money“ – der „Finanz-BILD“ der Branche – oder von Börsenzeitschriften und Verbraucherzeitschriften wie „Finanztest“ oder haben mal kleinere Beträge bei einem „Roboadvisor“ investiert?

Wenn nicht, dann lesen Sie bitte nicht weiter, denn Sie gehören zu denjenigen Anlegern bzw. unseren Kunden, die Ihr Leben genießen und sich nicht mit der Börse, Wertpapieren oder Börsenzeitschriften beschäftigen wollen. Sie konzentrieren sich auf Ihr Privatleben, Ihren Beruf bzw. auf Ihr Unternehmen, was eigentlich beneidenswert ist.

Wenn Sie jedoch trotzdem in diversen Finanzzeitschriften „schmökern“, fällt Ihnen sicher auch der immer weiter steigende Anteil von sogenannten Indexfonds, sogenannte ETF (=“Exchance traded Funds“) auf, die immer mehr Aufmerksamkeit erzielen. Diese offenen Investmentfonds gibt es schon länger und die grundsätzliche Idee dahinter ist, dass ein ETF bestimmte Indices wie den DAX, Standard & Poors oder andere Indices abbildet und man kein aktives Management mehr benötigt. Dies fußt auf der Analyse, dass es langfristig nur wenigen aktiv gemanagten Investmentfonds gelingt, ihre Vergleichsindices zu schlagen.

Vorteil: Diese sogenannten ETF sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Nachteil: Ohne aktives Management fällt der ETF parallel mit dem Index, wenn dieser sinkt. Hohe Schwankungen sind nicht jedermann`s Sache.

Warum dann noch einen normalen Investmentfonds zeichnen, wenn man doch mit einem ETF bei sehr geringen Kosten ähnliche und bessere Ergebnisse erzielen kann?

Nun, der / die „normale“ Deutsche hat nun mal mit Aktien und Börsen nicht immer die besten Erfahrungen gemacht und ist nicht in der Lage hohe Schwankungen – ein reiner Aktien-ETF hat seit 2002 auch zwischenzeitlich mal 52,4% seines Wertes eingebüßt – zu ertragen. Nun hat besagter Aktien-ETF im Schnitt immer noch 4,96% pro Jahr seit 2002 erzielt. Nur durfte der Anleger zwischenzeitlich nicht aussteigen, weil “sein” ETF mit über 50% mal im Minus lag (Maximum Drawdown).

Allerdings wächst der Kostendruck auf aktive gemanagte Fonds, vor allem, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Index bzw. ihre “Benchmark” zu schlagen. Für das Gros vieler mittelmäßiger aktiv gemanagten Fonds schlagen mittelfristig tatsächlich deshalb die „Totenglocken“, denn sie haben keinen Mehrwert, um ihre höheren Kosten zu rechtfertigen. Aber es gibt durchaus aktiv gemanagte Fonds, die einen Mehrwert erzielen, vor allem, wenn sie die Verluste nach unten in “Crashphasen” minimieren. Hier sei nur der bekannte “Flossbach von Storch Multiple Opportunities” erwähnt, der seit 2012 im Schnitt 7,88% pro Jahr erzielt hat (im Schnitt!) und in der Coronakrise kurzfristig mal 15,6% verloren hat. Noch besser schnitt nur der “MFS Meridian Funds Prudent Capital” des bekannten Fondsmanagers Barnaby Wieners ab, der im März nur knapp 2% verlor, weil Wiener vorher sein Aktiendepot mit Futures abgesichert und die Cashquote deutlich erhöht hat. Barnaby Wiener hat mit seinem Fonds auch 2018 keine Verluste erzielt und ist dieses Jahr bereits wieder mit 4% im Plus.

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Foto: shuttersock.com | 292895696 | Horoscope

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