Wie nachhaltig ist Ihr Wertpapierdepot?

Das Thema Nachhaltigkeit ist schon längst keine Eintagsfliege mehr und ist nun auch seit geraumer Zeit im Bereich der Geldanlage angekommen. Spätestens seitdem der Gesetzgeber im März diesen Jahres auch Finanzberater und Vermögensverwalter immer mehr in die Pflicht nimmt, sich diesem Thema zu widmen, beschäftigen sich auch viele Anleger mit Nachhaltigkeitskriterien bei ihrer Geldanlage. 

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Aber ab wann ist denn nun eine Geldanlage nachhaltig?

Ganz so einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten, da jeder ein etwas anderes Verständnis für Nachhaltigkeit hat und nur weil der Vorstand eines Unternehmens ein Elektro-Auto fährt, ist das Unternehmen nicht gleich nachhaltig! Einen gute Orientierungshilfe, zumindest bei Investmentfonds, bieten die in diesem Jahr eingeführten drei Kategorien in Bezug auf die ESG-Ziele, welche die Fondsgesellschaft je Fonds veröffentlichen muss:

Kategorie „Artikel 6“
Produkte, die Nachhaltigkeitsrisiken in ihrem ESG-Integrationsansatz berücksichtigen.

Kategorie „Artikel 8“
Produkte, die einen ESG-Integrationsansatz verfolgen und darüber hinaus umweltbezogene und/oder soziale Merkmale in ihrem Prozess verbindlich berücksichtigen.

Kategorie „Artikel 9“
Produkte, die einen ESG-Integrationsansatz aufweisen, verbindliche umweltbezogene und/oder soziale Merkmale haben sowie ein klares nachhaltiges Anlageziel verfolgen.

Exkurs: Wofür steht ESG?

E = Environment (Umwelt)
In Folge des Klimawandels könnten vermehrt auftretende Extremwetterereignisse ein Risiko darstellen. Dieses Risiko wird auch physisches Risiko genannt. Ein Beispiel hierfür wäre eine extreme Trockenperiode in einer bestimmten Region. Dadurch könnten Pegel von Transportwegen wie Flüssen so weit sinken, dass der Transport von Waren beeinträchtigt werden könnte.

S = Social (Soziales)
Im Bereich des Sozialen könnten sich Risiken zum Beispiel aus der Nichteinhaltung von arbeitsrechtlichen Standards oder des Gesundheitsschutzes ergeben.

G = Governance (Unternehmensführung)
Beispiele für Risiken im Bereich der Unternehmensführung sind etwa die Nichteinhaltung der Steuerehrlichkeit oder Korruption in Unternehmen.

Natürlich begrüßen wir es, wenn Unternehmen und Anleger, verstärkt auf die ESG-Kriterien achten. Mehr Grünstrom, weniger Ressourcenverbrauch, CO2-Ausstoß senken, nachhaltigen Pflanzenanbau fördern – all das vermelden Procter & Gamble, Microsoft und Co. quasi im Tagestakt. Kein Wunder, gerade die erfolgreichen Konzerne sind es doch, die das nötige Kleingeld haben, um den Wandel mitzugestalten. Rundum „grüne“ Firmen sind dagegen meist miniklein oder verdienen kein Geld, sind also moralisch einwandfrei, aber als Vermögensanlage leider unbrauchbar. Bei den gutverdienenden Konzernen findet man zwar fast immer ein Haar in der Suppe. Aber sie arbeiten zunehmend daran, den „Haarausfall“ zu verringern! Da wir uns jedoch aus unserer Sicht noch relativ am Anfang dieses Prozesses hin zu mehr Nachhaltigkeit befinden, ist es doch nicht immer ganz so einfach, sein Depot vollkommen nachhaltig zu gestalten. Zudem betreiben momentan noch viele Unternehmen das sogenannte „Green-Washing“, um sich in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es hierfür eine hinreichende Grundlage gibt. Deshalb will die EU bis Ende 2021 in der sogenannten Transparenzverordnung detailliert regeln, was als nachhaltig im Sinne der ESG-Kriterien gilt und was nicht.

Auch wir haben im Rahmen unserer individuellen Vermögensverwaltung bereits damit begonnen Fonds, ETF und Einzeltitel, die nicht dem ESG – Standard entsprechen (RoyalShellDutch, BAT, Philip Morris, EXXON, etc.) zu verkaufen.

Lassen auch Sie überprüfen, wie nachhaltig Ihr Depot aufgestellt ist und kontaktieren Sie uns über den folgenden blauen Button!