Wie aus der „Vega Mercury“ die „SAG Good timing“ wurde – Des einen Freud, ist des anderen Leid

Das Emissionshaus „Salamon AG“, geführt von Christian Salamon, leidet eigentlich unter der Schifffahrtskrise wie alle anderen Initiatoren-Kollegen auch. Nur vielleicht mit dem großen Vorteil, dass die Salamon AG auch viele Tanker emittiert hat, deren Charterraten sich in den letzten beiden Jahren deutlich erholen konnten.

Damit scheint er das nötige „Kleingeld“ zu haben, um selbst günstig einzukaufen, wenn andere zwangsverkaufen müssen. Und das hielt ihn nicht davon ab, sich im Containerschiffsmarkt der sogenannten „Feederschiffe“ (ca. 300 bis ca. 1.500 TEU = Containerstellplätze) selbst zuzuschlagen.

Aber alles der Reihe nach: Das 1.118 TEU Containerschiff “ MS „Vega Mercury“ wurde aus heutiger Sicht genau zum falschen Zeitpunkt von der Vega Reederei emittiert: Nämlich im Jahr 2008, im Jahr der großen Finanzkrise, die bekannterweise in die größte Schifffahrtskrise aller Zeiten mündete. Und die bezüglich Containerschiffe und Bulker bis heute anhält!  Verbindlichkeiten in Höhe von 17 Millionen US-Dollar hatte das Schiff. Nach Restrukturierung war die Commerzbank in diesem Jahr zu keiner weiteren Kreditverlängerung zu bewegen. Und so kam es wie es bei Containerschiffen, die als KG-Beteiligungen konzipiert wurden, in den letzten Jahren öfters passierte: Das Schiff musste notverkauft werden. Das aktuelle Gutachten des Schiffes lag bei nur 7 Millionen US-Dollar. Am 8. Januar 2016 ging das Schiff für 5,7 Millionen US-Dollar an die Salamon AG. Das 1.118-TEU-Schiff fährt dort jetzt als einziges Containerschiff der Flotte unter dem für die Altanleger respektlosen Namen „SAG Good Timing“. Die Anleger erhielten während der Laufzeit seit 2008 keine Auszahlungen, vom Verkaufserlös profitiert nur die Bank. Christian Salamon glaubt wohl an einer Erholung in nächster Zeit. Ob er recht behält, wird die Zukunft zeigen. Aber hier zeigt sich, dass es bei Sachwerten – ob Immobilien, Aktien oder eben auch Schiffe – oft auch auf gutes Timing ankommt. Und zwar beim Ein- als auch beim Verkauf! Irgendjemand ist immer der Gewinner, wenn es auf der anderen Seite ein Verlierer gibt. Und so hofft Christian Salamon, dass er bei diesem Schiffskauf das „good timing“ hat!