Fondskongress 2019

Das sagen die Experten zur aktuellen Börsen- und Wirtschaftslage

Auch in diesem Jahr besuchte das Team von FondsKompetenz.de den Fondskongress in Mannheim, auf dem die Teilnehmer wieder einmal zahlreiche interessante Informationen aus erster Hand erhalten konnten. Die interessantesten Eindrücke haben wir für Sie zusammengefasst.

Friedrich Merz
„Die Europäische Union braucht eine klare Strategie“

Ein Highlight des diesjährigen Fondskongresses stellte der Vortrag von Friedrich Merz dar. Er ging vorrangig auf die aktuellen politischen Entwicklungen der Welt ein und machte deutlich, dass die Europäische Union eine klare Strategie brauche. Vor allem angesichts der Politik von Donald Trump und des wirtschaftlich immer stärker werdenden Chinas müsse sich die EU klar positionieren. Umso wichtiger sei es, dass die Mitgliedsstaaten eng zusammenarbeiten.

Auch auf die erneuten Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien geht Friedrich Merz ein. Er ist davon überzeugt, dass es keinen Brexit ohne Deal geben wird. Hierfür müsse jedoch die Übergangsfrist über den 29. März 2019 hinaus in Anspruch genommen werden.

Fondsmanager-Gipfel
„2019 kann ein gutes Aktienjahr werden“

Alljährlich diskutieren die bekanntesten Fondsmanager im Rahmen des Fondsmanager-Gipfels über die aktuelle Börsenlage. In diesem Jahr waren zur Podiumsdiskussion geladen: Michael Krautzberger (BlackRock), Bert Flossbach (Flossbach von Storch), Eckhard Sauren (Sauren Fonds-Service), Klaus Kaldemorgen (DWS) und Henning Gebhardt (Berenberg).

Bereits im letzten Jahr hatte Klaus Kaldemorgen mit seiner Aussage „Die Investoren sind wie eingelullt, sie sehen keine Risiken mehr.“ zur Vorsicht gemahnt und sollte damit auch Recht behalten. Denn im Jahr 2018 endete der mit neun Jahren längste andauernde Bullenmarkt der Geschichte.

Und auch dieses Jahr wird kein leichtes Börsenjahr, da sind sich die Experten beim Fondsmanager-Gipfel einig.

Während die anwesenden Fondsmanager im letzten Jahr noch mehrheitlich der Ansicht waren, dass Anleihen auf lange Sicht überteuert sind, hält Michael Krautzberger Unternehmensanleihen inzwischen wieder für sehr interessant. Mit diesen lasse sich durch die Risikoaufschläge gegenüber sicheren Staatsanleihen (sogenannte Spreads) wieder Geld verdienen.

Klaus Kaldemorgen jedoch interessieren diese Spreads nicht. Maßgeblich für die Entscheidung eines Investments in eine Anleihe sind für ihn die absoluten Renditen. Interessant sei eine solche Investition, wenn eine Anleihe eine bessere Rendite erwarten 

lasse, als die zugehörigen Aktien des Unternehmens. Eine ordentliche Rendite von acht bis neun Prozent lasse sich zudem mit türkischen Staatsanleihen in US-Dollar verdienen und er ergänzte, dass die Türkei deutlich sicherer sei als Italien und verwies auf die hohe Staatsverschuldung Italiens.

Auch Bert Flossbach gab Klaus Kaldemorgen Recht, dass mittlerweile Anleihen allgemein wieder etwas attraktiver geworden sind, doch auch Aktien seien wieder interessanter geworden.

Betrachte man jedoch den gesamten Anleihenmarkt, sei dieser nach wie vor nicht sonderlich attraktiv.

In Bezug auf eine sich möglicherweise anbahnende Rezession kommentierte Klaus Kaldemorgen das vergangene Börsenjahr, in dem der DAX rund 18 Prozent verloren hat, mit „Da war die Rezession fast schon eingepreist“. Und auch Bert Flossbach ist sich sicher, dass sich eine kommende Rezession nicht sonderlich stark bemerkbar machen wird, dafür würden die Notenbanken sorgen.

Dass einige schlechte Nachrichten bereits im Aktienmarkt eingepreist sind, stellte Henning Gebhardt von Berenberg fest. Viele Unternehmen senken derzeit ihre Gewinnprognosen, an den entsprechenden Aktienkursen würde sich dies jedoch so gut wie gar nicht bemerkbar machen. Das sieht auch Bert Flossbach so. Der Risikopuffer sei mittlerweile so groß, dass 2019 ein ordentliches Aktienjahr werden kann.

Natürlich hat das Team von FondsKompetenz.de auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit genutzt und ist in direkten Kontakt mit den Fondsmanagern getreten, unter anderem mit Frank Fischer (Fondsmanager des Jahres 2018), der u.a. zuständig für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ ist. Auch sein Fonds blieb nicht unversehrt von der schwierigen Börsenlage im vergangenen Jahr und so konnten wir mit ihm vereinbaren, dass er uns im Rahmen eines Webinars, welches am 26. Februar 2019 stattfindet, Auskunft über die aktuelle Lage und über die Aussichten für die Zukunft gibt. Wie Sie an diesem Webinar teilnehmen können, erfahren Sie in Kürze von uns per E-Mail.