Erste Sparkasse gibt höheren Strafzins an Kunden weiter

Wohin also mit dem Ersparten?

Die Europäische Zentralbank hat vor einigen Tagen den Negativzins für Beträge erhöht, die Banken bei ihr parken. Eine Sparkasse verlangt diesen Zins von minus 0,5 Prozent nun ebenfalls von ihren Kunden – und auch andere Institute erheben zunehmend „Verwahrentgelte“.

Die Sparkasse Rotenburg-Osterholz in Niedersachsen hat als erste in Deutschland den „Strafzins“ von 0,4 auf 0,5 Prozent erhöht. Der negative Zinssatz, der nichts anderes als eine Gebühr darstellt und gemeinhin als „Verwahrentgeld“ bezeichnet wird, werde bislang allerdings ausschließlich auf Guthaben von einer Million Euro und mehr erhoben. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf eine Erhebung des Vergleichsportals Verivox. Das Geldinstitut folge damit der Europäische Zentralbank (EZB), die vor rund zehn Tagen ebenfalls den Zinssatz, den Banken für bei ihr geparktes Geld zahlen müssen, auf minus 0,5 Prozent gesenkt hatte.

Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, die laut der FAZ zwischenzeitlich ebenfalls überlegt hatte, ihren Negativzins für Einlagen von mehr als 100.000 Euro von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent abzuändern, habe sich dagegen entschieden. Der Zeitung zufolge habe die Bank mitgeteilt, dass sie es bis auf weiteres bei dem bisherigen Verfahren für das „Verwahrentgelt“ belassen wolle, das sich an den minus 0,4 Prozent orientiere.

Strafzins von 0,6 Prozent
Die beiden Geldinstitute sind nicht die einzigen, die blumig umschriebene Strafzinsen erheben. Die FAZ verweist hierfür erneut auf Verivox. Dem Portal zufolge haben bislang 13 Banken Negativzinsen in ihrem online zugänglichen Preisverzeichnis veröffentlicht. Sechs Banken verlangten Gebühren für das üblicherweise kostenlose Tagesgeldkonto – so entstehe indirekt eine Art Negativzins. Bei einigen anderen Banken und Sparkassen gebe es Medienberichte über Negativzinsen, die aber (noch) nicht in den Preisverzeichnissen der Institute zu finden sind.

Einige hätten zwischenzeitlich auch schon Negativzinsen für große Einlagen unterhalb von minus 0,4 Prozent verkündet. Diese fänden sich aber zuletzt nicht mehr in den öffentlich zugänglichen Preisverzeichnissen im Internet, so die FAZ unter Verweis auf Verivox. Als Beispiele nennt das Portal die Raiffeisenbank im Naabtal, die zwischenzeitlich einen Zinssatz von minus 0,6 Prozent für Einlagen ab 250.000 Euro verlangt haben soll. Zudem die VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau, die schon mal bei minus 0,41 Prozent für Einlagen von mehr als 500.000 Euro angekommen war.

Auch wenn bislang die meisten Banken die Strafzinsen noch nicht an den Kunden weitergeben, so kommt beim Blick auf das Sparbuch und Tagesgeldkonto dennoch keine Freude auf. Mit dem jüngsten Zinsentscheid der EZB dürfte nun auch jedem Sparer klar geworden sein, dass es in naher Zukunft erst einmal keine Erhöhung von Guthabenzinsen geben wird. Hier und da lassen sich immer mal wieder „Lockangebote“ von Banken (meistens online) finden, um neue Kunden zu werben. Diese sind jedoch in der Regel zeitlich begrenzt und so sichert man sich beispielsweise für 6 Monate einen marginal besseren Zins, um nach einem halben Jahr abermals darüber nachdenken zu müssen, wo man das Geld nun zukünftig parkt. Eine attraktive Geldanlage sieht sicherlich anders aus.

Wohin also mit dem Ersparten?

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Quelle: „Erste Sparkasse gibt höheren Strafzins an Kunden weiter“, FONDSprofessionell, 23.09.2019

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